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Emilianum im Emilienpark Grenzach

 

 

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Ausstellungen im Emilianum

26.8.2018 15:30
Lesung von Marion Fennel-Stüber:
"Als alles noch ganz anders war"

21.09.2018 - 7.10.2018
Roche im Ersten Weltkrieg

Einladung zur Eröffnung des „Emilianums“ im Emilienpark Grenzach
am 29.4.2018, 15 Uhr


Im Jahre 1863 begann für Grenzach eine lange Geschichte. Man suchte Steinsalz, aber statt des erhofften Salzstocks sprudelte eine Bitterwasserquelle, die in ca. 30 m Tiefe angezapft worden war.
Nachdem verschiedene Analysen, darunter auch die des Heidelberger Professors Bunsen, einem der renommiertesten Chemiker Deutschlands, dem Wasser eine hervorragende Qualität bescheinigten und die Ärzte eine potentielle Heilkraft prognostizierten, gab es alsbald Interessenten, die die Quelle ausbeuten wollten.
Weil das Wasser eine solch vorzügliche Qualität aufwies und ein Kurhaus mit umgebendem Kurpark gebaut worden war, schien es nur eine Frage der Zeit zu sein bis aus dem beschaulichen Weinort Grenzach ein belebtes Kurbad werden würde. Selbst verschiedene Medaillen gewann das Wasser auf internationalen balneologischen Ausstellungen und 1890 wird in Woerl´s „Führer durch Grenzach mit Emilienbad und Umgebung“ ein Loblied auf die Quelle und den „Kurort“ gesungen.
Der Grund, warum letztlich der Erfolg als Kurort ausblieb, wird der ab der Wende zum 19. Jahrhundert zuwandernden Schweizer Industrie zugeschrieben. Vor allem Chemische Industrie und ein Kurbetrieb schließen sich aus, zumal um 1900, als die Schornsteine noch rauchten und es nicht immer nach frischer Luft duftete. Aber es war nicht die Industrie alleine, die „Bad Grenzach“ verhinderte: Inzwischen waren zwei neue Quellen erschlossen und es gab 2 Besitzer.
Während alle Welt Grenzacher Heilwasser wollte, lagen sich die Besitzer der Emilienquelle und der „Grenzacher Brunnen GmbH“ in den Haaren und man tat alles, um dem Gegenüber zu schaden. Das hatte natürlich eine verheerende Außenwirkung und war dem Geschäft nicht förderlich.
1930 kaufte Dr. Robert Meyer von der Riegeler Brauerei die „Grenzacher Brunnen GmbH“. Damit begann ein großer Aufschwung, denn die Produktion konnte massiv gesteigert werden. Das Heilwasser wurde in ganz Deutschland und in der Schweiz gerne gekauft.
1967 wurde das verwahrloste Kurhaus abgebrochen, denn die Besitzerin, Familie Kuchenmüller hatte nie die Mittel um es Instand zu halten. Außerdem gab es einige behördliche Mängellisten zu unhaltbaren hygienischen Zuständen.
Aufgrund schärferer Gesetze nach dem Deutschen Arzneimittelbuch wäre ein erheblicher finanzieller Aufwand zur hygienischen Sanierung der Heilquelle erforderlich gewesen, sodass die Riegeler Brauerei den Betrieb einstellte und sie an die Gemeinde zurückgab.
Im Jahre 1972 wurde damit die Quelle zum Versand des beliebten Heilwassers und damit ein Kapitel der Ortsgeschichte endgültig geschlossen. Versuche der Wiederbelebung ab 1979 wurden unternommen. Dazu wurden regelmäßige Wasseranalysen in Auftrag gegeben. Man wollte keinen Bäderbetrieb oder Versand, sondern man wollte den Bürgern das Wasser zur Verfügung stellen.
Das Emilianum, das am 29. April 2018 um 15 Uhr, dank der großzügigen Hilfe der Fa. Roche eröffnet wird, ist eine wichtige Erinnerung an einen Scheideweg, der für Grenzach Wohlstand durch die Ansiedelung der Industrie bedeutete. Es hätte aber auch anders kommen können…

  Update: 11.08.2018