Kirche

Broschüre von Pfarrer Maurer 1954

Vertiefende Literatur: Evangelische Kirche Grenzach, Verein für Heimatgeschichte Grenzach-Wyhlen

 

Schon im Jahre 1275 wird die Pfarrei zu „Crenzach' in einem Abgaberegister zu einem Kreuzzug erwähnt. Zweifellos stand schon eine ältere Kirche auf demselben Platz wie die jetzige, inmitten des „Gottsackers'. Eine Urkunde aus dem Jahre 1341 erwähnt „das Kilchhus und die Reben dabei, ziehend uf die Talmatt'. 1353 wird die Kirche in Grenzach erneut erwähnt¸ zu ihr gehörte die Kirche auf St. Chrischona als Filialkirche.

Nicht lange nach dem Konzil von Konstanz (1414-1418) wurde im Jahre 1426 mit dem Bau der jetzigen Kirche begonnen. Die Kirche wurde u. a. dem Heiligen Leodegar geweiht. Im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts wurde das Langhaus wesentlich erweitert, hierbei blieb zumindest die Südwand in ihrer Substanz erhalten. Die Tatsache, dass Im Jahre 1481 der Altar geweiht wurde, zeigt das Ende der Bauarbeiten am Chor an. 1507/1508 entstand der mächtige Turm. Der mit Netzgewölben geschmückte Chor und der 33 m hohe, mit Kaffgesimsen, Eckquaderung und Maßwerken geschmückte sowie mit dem alemannischen Satteldach bedeckte Turm machen das Grenzacher Gotteshaus zu einem der markantesten Kirchenbauten der späten Gotik im Markgräflerland.

Mehrere kunsthistorisch besonders wertvolle Kunstwerke sind noch erhalten und ergänzen in besonderer Weise die Schönheit der Kirche:Ein reich geschmücktes, spätgotisches Sakramentshaus mit den Wappen der Stifter Adelberg III. von Bärenfels und Ursula von Schönau, ein barockes Epitaph für Melchior von Bärenfels und seine Gemahlin Margarete von Schauenburg, ein ebenfalls barockes Epitaph für Wilhelm Vitzthum von Eckstätt, ein hochformatiges Leinwandgemälde von 1728 mit der Darstellung der Verkündigung an Maria, ein Holzkruzifix von 1726, von dem auch noch die Wappenkartusche des Stifters vorhanden ist sowie eine Gedenktafel für die Gefallenen im Krieg 1914-1918. In der Turmhalle befinden sich außerdem noch zwei Grabplatten, die von dem alten Friedhof stammen, der bis 1820 als „Kirchhof' rund um die Kirche angelegt war.

Zu den besonderen Schätzen der Grenzacher Kirche gehören außerdem ein vergoldeter Abendmahlskelch aus dem 15. Jahrhundert sowie ein zweiter Kelch der ende des 18. Jahrhunderts entstand.

Trotz aller Kriege, auch des 30jährigen Krieges, sind die Kirchenbücher lückenlos ab 1599 erhalten.

Im Jahre 1556, nach dem Augsburger Religionsfrieden wurden große Teile des badischen Landes evangelisch und Grenzach gehörte mit zu den ersten Gemeinden. Seit dieser Zeit ist ein Verzeichnis der jeweils hier amtierenden Pfarrer lückenlos vorhanden. Renovierungen der Kirche sind aus den Jahren 1812, 1835, 1894, 1926 und 1953/1954 bekannt.

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